"Neues aus dem Pilotprojekt Kindertagespflege-Wie lassen sich sichernde Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege schaffen?"
15.09.2009
Wie lassen sich sichernde Rahmenbindungen in der Kindertagespflege schaffen? Dieser Frage gehen sieben Pilotstandorte in dem 2007 von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit ausgeschriebenen Projekt nach. Seit Beginn ihrer Arbeit Anfang 2008 haben die Standorte (der Landkreis Kassel sowie die Kommunen Wetzlar, Oberursel, Gründau, Wiesbaden, Frankfurt und Bensheim) dabei ganz unterschiedliche Schwerpunkte gewählt. Neben der Beratung vor Ort bietet das Pilotprojekt weitere Unterstützung in Form von Fach- und Vernetzungsveranstaltungen. Letztere fördern nicht nur das wechselseitige Lernen von gesammelten Erfahrungen, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich neuen Themen und Fragestellungen zu widmen – beispielsweise den Herausforderungen der Migration für die Kindertagespflege. Wie kann die Kindertagespflege auf Betreuungsbedarf in Familien mit Migrationshintergrund reagieren? Welche Angebote, Strukturen und Qualifikationen sind dafür notwendig? Gleichzeitig bietet die Arbeit als Kindertagespflegepersonen für Migrantinnen ganz neue Perspektiven für Integration und berufliche Qualifizierung.
Sichernde Rahmenbedingungen werden von Standort zu Standort ganz unterschiedlich ausgestaltet. Sie reichen entsprechend der jeweiligen Ausgangslagen und Problemstellungen vor Ort von der Festanstellung von Kindertagespflegepersonen über die verstärkte Kooperation mit Kindertagesstätten bis zu Angeboten zur Vernetzung der Tagesmütter und –väter. Dass sich sichernde Rahmenbedingungen nicht in den komplexen Fragen der finanziellen und rechtlichen Absicherung erschöpfen, zeigen die vielen kleinen Beispiele. Durch eine öffentliche Verleihung der Zertifikate nach Abschluss der Qualifizierung oder durch Visitenkarten für die Tagesmütter und –väter werden Wertschätzung und Anerkennung vermittelt. Gleichzeitig wird damit die positive Wahrnehmung der Kindertagespflege in der Öffentlichkeit gefördert. Nach Einschätzung aller Standorte muss in Punkto Aufklärung und Information noch einiges geleistet werden, damit die Kindertagespflege im öffentlichen Bewusstsein den Stellenwert erhält, der ihrer gewachsenen Rolle bei der Sicherung der Kinderbetreuung entspricht. Aber auch konkrete materielle Entlastungen lassen sich durch kleine Maßnahmen erreichen. Beispielsweise durch eine Materialausleihe/-börse, die es Kindertagespflegepersonen ermöglicht, benötigte gegen nicht mehr benötigte Materialien einzutauschen oder sich mit dem gerade nötigen Laufrad für die kleinen oder dem Experimentierkoffer für die größeren Kinder einzudecken; damit lassen sich die Investitionskosten reduzieren und das Angebot erweitern.
Am 3. Dezember 2009 zieht das Pilotprojekt in einer Abschlussveranstaltung im Biebricher Schloss Bilanz. Die sieben Standorte werden dabei ihre Ergebnisse und die erreichten Erfolge präsentieren. Im Frühjahr 2010 wird ein Praxisleitfaden die Verbreitung der Ergebnisse und deren Übertragbarkeit auf andere Standorte mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen sicher stellen. Das Projekt wird fachlich vom HKTB begleitet, die Durchführung erfolgt durch die IFOK GmbH.
Für weitere Informationen:
Dr. Jürgen Wüst, IFOK GmbH, Tel. 06251-841656, E-Mail: juergen.wuest@ifok.de
Sichernde Rahmenbedingungen [0.14 MB ]